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Dr. Tina Bräutigam Ärztin für Allgemeinmedizin

Therapie von Essstörungen

  • Dr. Tina Bräutigam,

Es handelt sich um ein Gebiet, das an Bedeutung in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat.

Denn neben der Zunahme an übergewichtigen und adipösen Menschen, steigt auch die Anzahl derer, die an Magersucht, Ess-Brech-Sucht, Binge eating disorder, oder einer anderen, nicht näher bezeichneten Essstörung leiden.

Weiters leiden neben Mädchen und jungen Frauen auch immer mehr Buben und Männer an diesen Krankheitsformen.

Das Hauptproblem an der Diagnose und Therapie von Essstörungen liegt darin, dass die oder der Betroffene die vorhandenen Symptome nicht als Krankheit wahrnimmt und häufig vor sich selbst, den Angehörigen und Freunden zu verbergen versucht.

Sich einzugestehen, dass man krank ist und Hilfe benötigt, ist ein wichtiger, aber sicherlich auch der schwierigste Schritt, um sich auf einen Kampf mit dem bestehenden Problem einlassen zu können.

Aber es lohnt sich, sich darauf einzulassen!
Trotz aller Wenn und Aber.

Heilung braucht Zeit!

Was man sich selbst und auch allen nahestehenden Personen klar machen muss, Heilung braucht Zeit.

Hier handelt es sich nicht um einen Blinddarm der entfernt wird, sondern um ein viel komplexeres Problem.
Die Gewichtsabnahme und auch das seelische Befinden haben sich nicht ganz plötzlich eingestellt. Auch das hat Zeit gebraucht. Also sollte man auch dem Prozess der Umstellung und Heilung genügend Zeit geben und sich von gelegentlich auftretenden Zweifeln und Rückschlägen nicht entmutigen lassen.
In den meisten Fällen, kann eine ambulante Therapie helfen.
Diese setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen:

  • der körperlichen Untersuchung,
  • der Blutuntersuchung,
  • regelmäßigen Gesprächen über die seelischen Probleme, Ängste und Erwartungen,
  • Erklärungen zu einer Ernährungsumstellung,
  • Erlernen von Entspannungsmöglichkeiten.

Gelegentlich kann es notwendig sein, dass vorübergehend unterstützend oder auch um Rückfälle zu vermeiden, Medikamente eingesetzt werden.
Selten kann auch eine stationäre Krankenhausaufnahme notwendig sein.

Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus
den Augen verliert, geht noch immer geschwinder,
als der ohne Ziel herumirrt.
( Lessing )

Einige kurze Erklärungen:

A) Magersucht (Anorexia nervosa):

> das Körpergewicht wird absichtlich niedrig gehalten.
> starke Angst vor Gewichtszunahme.
> Angst vor dem Dickwerden obgleich Untergewicht besteht.
> Störung der Körperwahrnehmung hinsichtlich Gewicht oder Form.
> übermäßiger Einfluss des Gewichts oder der Körperform auf die Selbstbeurteilung.
> Verleugnung der Ernsthaftigkeit des gegenwärtig niedrigen Körpergewichts.

Man unterscheidet noch zwei Untergruppen:

1) fastender Typ
2) bulimischer Typ


B) Bulimie (Bulimia nervosa):

> wiederholte Episoden von Fressanfällen.
> wiederholtes unangemessenes Kompensationsverhalten, um einer Gewichtszunahme vorzubeugen.
> die Selbstbeurteilung wird von Körperform- und gewicht übermäßig beeinflusst.

Auch hier unterscheidet man zwei Untergruppen:

1) purging Typ
2) non-purging Typ


Neben diesen, weitgehend bekannten Essstörungen gibt es noch weitere, nicht näher bezeichnete Essstörungen, subsyndromale Essstörungen und weitere neuere Syndrome (z.B.: Binge eating disorder, Night eating Syndrom, Orthorexia, etc.)


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